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Die Bedeutung des Leinakanal-Systems

Der Bau des Leinakanal-Systems, sein Ausbau und seine Erweiterung (siehe: Karte des Leinakanal-Systems) (erhältlich im Buchhandel oder im Büro des Freundeskreises Leinakanal e.V.) hatten über Jahrhunderte für die Entwicklung Gothas grundlegende Bedeutung. Noch heute führt es Wasser aus dem Thüringer Wald über das Aquädukt nach Gotha, füllt die Parkteiche und betreibt die Wasserkunst auf dem Gothaer Hauptmarkt unterhalb von Schloss Friedenstein.

Gotha wurde als 'Villa gotaha' erstmals im Jahre 775 in einer Urkunde des Frankenkönigs Karl des Großen erwähnt. Vielfach ist zu hören, dass dieser Name 'villa gotaha' soviel heißt wie 'Ort am guten Wasser'. Eine andere Deutung scheint auch bedenkenswert. Gotha erhielt seinen Namen möglicherweise von dem kleinen Flüßchen Goth, das die Stadt tangierte und Wasser für die Stadtbefestigung lieferte. Aber innerhalb dieser Befestigung gab es in Gotha kein natürliches fließendes Gewässer. Das sollte sich bald als grundlegender Nachteil erweisen.

Und so war es ein Segen für alle Bewohner Gothas, dass im 14. Jahrhundert das Wasser der Leina nach Gotha geleitet wurde (siehe auch: Zahlen & Fakten).

Seine Bedeutung liegt vor allem in der Versorgung mit Wasser für

  • den Hausbedarf,
  • die Landwirtschaft,
  • Handwerk und Gewerbe (Gerber, Bierbrauer u.a.),
  • Feuerlöschzwecke

sowie den Betrieb von Mühlen (Mahl-, Schleif- und Schneidemühlen)


Der Flößgraben, ein Teil des Leinakanal-Systems, überwindet die Wasserscheide Elbe - Weser.


Folgende Objekte waren in der Vergangenheit und sind teilweise bis heute vom Leinakanal abhängig:

  • Aquädukt
  • Sundhäuser Mühle
  • Westbad
  • Leinamühlen
  • Parkteiche
  • Marstall
  • Alte Münze
  • Wasserkunst (mit der Pumpenanlage im Lucas-Cranach-Haus)

Zitat:

Der Geh. Baurat Albert Döll schrieb bereits 1922:
„Und doch war sein Bau für Gotha ein Segen und eine Großtat, die wohl verdient, sich näher mit ihr zu befassen.“

Denkmalschutzpreis 2008 (Bericht)

Leinakanal-System

Leinakanal : vollendet 1369

Flößgraben:
Bau : 1647-1653
Ausbau : 1697-1698
Erweiterung : 1709-1710